Permission Marketing, Bro-Marketing & Co.: Welcher Ansatz passt zu dir?

Ich bin nicht in der Werbung gelandet, um Bedürfnisse zu schaffen, die niemand hatte. Aber genau das passiert täglich – in Postfächern, Feeds und Funnels, die Menschen unter Druck setzen, beschämen oder einfach nerven.

Dabei gibt es so viele Wege, Marketing zu machen. Wege, die funktionieren – ohne dass sich jemand schlecht fühlen muss.

Hier ist mein Überblick.

Bro-Marketing: Laut, schnell, unter Druck

Fangen wir mit dem Begriff an, der gerade überall auftaucht: Bro-Marketing. Der Name sagt eigentlich alles. Es geht um Dominanz, Dringlichkeit und Druck. Künstliche Knappheit ("Nur noch 3 Plätze!"), aggressive Countdowns, Testimonials die Reichtum versprechen, und Botschaften, die unterschwellig sagen: Wer nicht kauft, ist selbst schuld.

Das Interessante: Es funktioniert. Kurzfristig. Aber es hinterlässt ein schlechtes Gefühl – bei den Käufer:innen und oft auch bei denen, die es einsetzen. Und es zieht die falschen Menschen an: solche, die unter Druck kaufen, nicht aus Überzeugung.

Pain Point Marketing: Erst die Wunde, dann die Lösung

Eng verwandt, aber subtiler: Pain Point Marketing – oder Fear-based Marketing. Hier wird nicht mit Dominanz gearbeitet, sondern mit Schmerz. Die Wunde wird erst aufgemacht, dann kommt die Lösung.

"Noch immer single?" "Noch kein 6-Figure-Business?" "Noch immer im Job, den du hasst?"

Das Prinzip: Wer seinen Schmerz erkennt, kauft, um ihn loszuwerden. Auch das funktioniert – aber es setzt voraus, dass Menschen sich erst schlecht fühlen müssen, bevor sie handeln. Ich frage mich immer: Ist das wirklich die Energie, mit der ich eine Kundenbeziehung beginnen will?

Permission Marketing: Erlaubnis als Fundament

Dann gibt es den Begriff, den Seth Godin bereits 1999 geprägt hat und der heute relevanter ist denn je: Permission Marketing. Die Grundidee ist denkbar einfach – und denkbar radikal: Du marketest nur an Menschen, die sich aktiv dafür entschieden haben. Die gesagt haben: Ja, ich möchte von dir hören.

Kein Überrumpeln. Kein Reinschleichen. Kein "Ich schreibe dir einfach mal, weil ich deine E-Mail irgendwo gefunden habe."

In einer Welt, in der der durchschnittliche Mensch täglich mit Tausenden von Werbebotschaften bombardiert wird, ist Erlaubnis kein Nice-to-have. Sie ist der Anfang von allem.

Attraction Marketing: Anziehen statt überzeugen

Und dann ist da noch der Ansatz, der mir persönlich am nächsten liegt: Attraction Marketing. Nicht drücken, nicht überzeugen, nicht den Schmerz aufmachen – sondern anziehen.

Die Idee: Wenn du klar bist, wer du bist, was du kannst und für wen du arbeitest – dann kommen die richtigen Menschen zu dir. Nicht weil du sie gedrängt hast, sondern weil sie sich gesehen fühlen. Weil deine Ästhetik stimmt. Weil deine Worte berühren. Weil dein Versprechen eines ist, das du halten kannst.

Das ist kein esoterisches Konzept. Das ist Handwerk, Baby. Und es braucht mehr Mut als ein Countdown-Timer – weil du dich wirklich zeigen musst.

Welcher Ansatz passt zu dir?

Das hängt nicht von deiner Branche ab, nicht von deinem Budget und auch nicht davon, was gerade auf Instagram funktioniert. Es hängt davon ab, wie du mit Menschen reden willst.

Ich arbeite seit fast 20 Jahren mit Unternehmer:innen, die gute Ideen haben – und die diese Ideen verbreiten wollen, ohne sich dabei zu verbiegen. Was ich in dieser Zeit gelernt habe: Marketing, das sich falsch anfühlt, funktioniert irgendwann nicht mehr. Nicht weil der Algorithmus es bestraft. Sondern weil man selbst aufhört, daran zu glauben. Und dann glaubt einem keiner mehr.

Was man gießt und nährt, das wächst. Das gilt für Pflanzen, Kinder – und für Kundenbeziehungen.

Wenn du merkst, dass dein Marketing sich nicht mehr nach dir anfühlt – oder du einfach wissen willst, wo du gerade stehst: Ich schaue mir das gerne mit dir an.

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Svenja

Kreativstrategin mit Faible für Schönes & Schlaues

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